360' von Zell an der Pram!

Heuer hat sich erstmals unser RBO Racing Team an diesem ultimativem Mopedrennen beteiligt. Im Vorfeld wurden uns die wildesten Gerüchte zugetragen. Schlammschlachten, Geröllfeld, Sprunghügel, Harte Zweikämpfe, Vollgasjunkis usw. waren noch die harmlosesten Ausdrücke. Ossi von Ossimoto meinte: „wannst kane 10 PS host, bist nirgends“.

Wir hatten uns über den Winter aus rein originalen Puch Teilen ein Renngerät aufgebaut. Rahmen von der MS, Schwinge und Gabel und Auspuff von Ranger TT, Tank von der DSV und so weiter.
 


Das RBO - Racing Team


Präsentation der Mopeds
 

Das Ding ließ sich sofort gut fahren, nur mit der Motorleistung bzw. Charakteristik waren wir nie zufrieden. Der Leistungsprüfstand bei Ossimoto offenbarte magere 5 PS am Hinterrad.

Die Konkurrenz arbeitet seit Jahren mit Membranmotoren, Upsidedown-Gabeln, Monofederbeinschwingen von Derby, Aprilia usw.

Daher waren unsere Erwartungen nicht allzuhochgesteckt. Ein Platz im vorderen Drittel wurde von mir erwartet.


Der Start   


Im Sprint zum Moped

Das Rennen:

Startschuss - 100 Fahrer laufen auf einmal zu Ihren Renngeräten. Unser 1. Fahrer, „da Dirre“ muss durch die ganze Boxenstraße laufen, da wir sehr weit hinten stehen. Die ersten brausen los. Auf einmal ist da Dirre schon bei seiner maschine. Sie springt sofort an und er geht schon ins Rennen. Nur 5 Fahrer sind vor ihm gestartet. Er überholt einen nach dem anderen. In Runde 2 fährt er bereits eine Rundenzeit von 2,04 Min.

Das ist ein Wahnsinn!! Die schnellste Runde des Vorjahressiegers lag bei 2,09 Min. Nun wissen wir, dass Pessimismus fehl am Platz ist. Einige ganz schnelle überholen uns, aber Martin der Dirre verteidigt locker den 4. Platz. Ich entspanne mich und gehe in der Boxenstrasse spazieren. Plötzlich traue ich meinen Augen nicht, der Dirre fährt an die Box. Ein falsch verstandenes Boxensignal hat ihn hereingelockt. Sofort ist er auf den 8. Platz zurückgefallen.
 
   


Mit Vollgas weg!
 

Doch Martin kämpft weiter, nach einer Stunde ist er wieder an 4. Stelle. Nun ist es Zeit für den 1. Fahrerwechsel.

Borstel übernimmt die Maschine. Auf Anhieb fährt er passable Rundenzeiten. Leider hat er sehr wenig auf der Maschine gesessen und merkt nicht, dass der Luftfilter im Kampfgebiet seiner Stiefel liegt. Wir auch nicht. Plötzlich kommt der bekannte Sportfotograf Gronemann zu unserer Box, samt unserem Luftfilter. Wir entscheiden, Borstel bleibt noch etliche Runden draußen, damit wir den nächsten Fahrerwechsel zum Luftfilter montieren nützen können. Borstel merkt zum Glück nichts von dem Malheur und verteidigt tapfer seine Position.


Der Konkurrenz auf und davon!

Beim nächsten Stopp montieren wir wieder den Luftfilter, schmieren die Kette, tanken (unnötigerweise) und Martin übernimmt wieder. Er hat jetzt seine beste Zeit. Er fährt wie ein Henker und legt serienweise Rundenzeiten von 2,00 bis 2,05 vor. Wieder an 4. Stelle liegend übergibt er an Borstel.

Doch nun verfolgt uns das Pech. Er verliert nicht nur den Luftfilter, sondern es wird auch der Ansaugstutzen locker. Er muss eine ganze Runde schieben. Als er hereinkommt, beschließen wir den Zylinder zu tauschen.
 

Es kommt der große Auftritt unseres Rennmechanikers Gilbert. Nach nur 15 Minuten ist unsere Maschine wieder startklar, doch haben wir insgesamt 35 Minuten verloren. Martin schmeißt sich an 27. Stelle liegend wieder ins Kampfgetümmel. Der Ersatzzylinder ist weniger leistungsfähig, doch mit fahrerischem Einsatz machen unsere Fahrer wieder Platz um Platz gut.

Die 6 Stunden ziehen sich. Zuletzt muss der Dirre noch für mehr als eine Stunde auf unser waidwundes Gerät. Seit Stunden fahren wir ganz ohne Luftfilter, die Leistung lässt nach, immer öfter wird der erste Gang benötigt. Plötzlich wieder etwas Aufregung in unserer Box, der Kotflügel streift am Hinterrad. Brutal flexen wir Kotflügel und den Nachschalldämpfer ab.

   

30 Minuten vor Schluß wird es nochmals aufregend. Martin kommt mit herunterhängendem Schalthebel an die Box. Geistesgegenwärtig reißt unser Boxennachbar sein Schweißaggregat an. Ein Schweißpunkt an der richtigen Stelle und Martin ist wieder im Rennen. Platz um Platz hat er zurückgekämpft.

    

Nach 148 Runden an 15. Stelle liegend geht er erschöpft aber zufrieden durchs Ziel. Wir alle freuen uns über den 15. Platz.

Wir sind zum ersten Mal angetreten. Unsere Maschine war noch nie auf diesem Kurs, wir wussten nicht welche Übersetzung die richtige ist und unsere Fahrer waren reine Amateure.

Eine Analyse des Rennverlaufes ergab, dass wir 45 Minuten durch Missverständnisse und Defekte unnötig an der Box waren.

Da wäre theoretisch mit etwas Glück eine noch bessere Platzierung möglich gewesen - wenn das keine Motivation fürs nächste Jahr ist!

Wir gratulieren Bussy Herbert Kienbauer zu der gelungenen Veranstaltung und freuen uns schon auf die nächsten 360 Minuten von Zell / Pram.