Otto Heisinger 1930 bis 2020 - Nachruf von Horst Stowasser

R.I.P    OTTO HEISINGER --- RENNFAHRER ---- LEGENDE

OTTO HEISINGER (1930 – 2020)

Das Rennen ist nun zu Ende …

Straßenrennen Langenlois Otto. Heisinger/ Walter Stowasser

Schon der griechische Philosoph Heraklith stellte um 600 v. Chr. bereits fest: „Alles fließt und wir können im Leben nichts festhalten“ (<panta rhei>) und so müssen wir uns auch oft von lieben Freunden verabschieden. Wir sind trotzdem sehr traurig, dass unser Otto HEISINGER am 8. Juli 2020 von uns gegangen ist! Otto war einer der bekanntesten österreichischen Motorradrennfahrer der Fünfzigerjahre und als Mensch ein würdiger Vertreter der „Nachkriegs-Aufbauphase“.

Seine aktive „Rennfahrerzeit“ von 1951 – 1958 werden alle, die diese Zeit erleben durften, niemals vergessen. Am 20. Okt. 1957 gewann Otto HEISINGER auch beim Staatsmeisterschaftslauf in Laa/Thaya das Rennen vor seinem größten Konkurrenten Gerold Klinger, der auf einer Königswellen-BMW RS54 die Rennen bestritt. Am 16. 6. 1957 wurde Heisinger auf seiner Jawa Zweiter hinter dem Tagessieger Gerold Klinger in Langenlois.

Nicht vergessen darf man, dass die damaligen Straßen, wo Rennen stattfanden, ohne Sturzräume mit Kopfsteinpflaster und teilweise sogar Schotterpisten auch in Kurven fast Moto-Cross-Gelände darstellten und die Fahrer unvorstellbaren Einsatz leisten mussten. Kein Fan hat es je bereut, zu einem Rennen zu gehen, bei dem diese Fahrer am Start standen. Das Leben an der Grenze des Möglichen übte eine ungeheure Faszination auf sie aus.

Otto HEISINGERS Motorräder im Renneinsatz waren Horex, NSU, AJS, Jawa Z15 und zuletzt  eine Kurzhub-Norton, die er 1959 bei seinem letzten Start in Großraming einsetzte. Die Werksjawa schaffte es als einzige Rennmaschine in den Westen und mit ihr wurde Otto HEISINGER trotz seines schweren Sturzes in Traiskirchen Zweiter in der österreichischen 500er-Meisterschaft! Im Folgejahr gelang ihm der Sieg beim Höhenstraßen-Bergrennen. Die Werks-Jawa Z15 war zuletzt bei der Motorrad-Veteranenveranstaltung 2010 in Laa/Thaya, vom Hockenheim-Museum zur Verfügung gestellt, zu bewundern und Otto HEISINGER ließ es sich nicht nehmen, sein ehemaliges Renngerät wieder zu „begrüßen“.

Wir werden uns immer gerne an Otto HEISINGER vor allem als Mensch, aber  auch an seine vielen tollen Rennsiege, seine spektakulären Stürze und seine waghalsige Fahrweise erinnern.

 

Text: Horst Stowasser.

Foto: Privatarchiv Stowasser. 

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