Benelli Tornado 650

Benelli Tornado 650 S (Autor Franz Farkas)

 

An der Zeit vorbei gebaut

Benelli Tornado 650

 

Benelli brachte Anfang der Siebziger mit der Tornado 650 S ein bemerkenswertes Motorrad auf den Markt- aber es war zu spät.

Mitte der Siebziger begann langsam aber merklich das Interesse an Motorrädern wieder zu steigen. Bei Benelli in Pesaro überlegte man sich, ein hubraumstarkes mehrzylindriges Motorrad zu bauen, um sich vom kommenden Boom einen Kuchen abzuschneiden. Obwohl man aus dem Rennsport viel Erfahrung mit Vierzylindern hatte, entschied man sich für einen Parallel-Twin nach englischem Vorbild, mit unten liegender Nockenwelle Stößelsteuerung und einer Trommelbremse im Vorderrad. 1967 wurde der erste Prototyp auf der Mailänder Messer präsentiert, mit 45 PS und Rechtsschaltung. Das Motorrad war ein echter Blickfang, kam aber erst 1970 auf den Markt. Aber es war zu spät. Englische Motorräder waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gefragt, ihre Technik war veraltet und damit auch die der Tornado. Längst hatten die Japaner wie die Honda CB 750 mit ihrem OHC Vierzylinder oder die pfeilschnellen Zweitakter von Kawasaki die Nase vorne. Zudem war die Tornado als Kurzhuber ausgelegt, das erforderte im Gegensatz zu den englischen Vorbildern viel Schaltarbeit. Auch wenn die Trommelbremse im Vorderrad gut aussah, aber auch deren Zeit war vorbei, längst hatten Scheibenbremsen Einzug in die Motorradwelt gehalten. Dass auch der versprochene elektrische Starter fehlte, war nur noch das Tüpfelchen auf dem „i“.  Bis 1976 bleib die Tornado im Programm, wirkliche Bedeutung erlangte sie jedoch nie. Das gelang der Nachfolgerin 750 Sei, den sie protzte gleich mit sechs Zylindern…. —