Speichenschloss für Puch 250 TF

In meiner Familie und im Bekanntenkreis gab es nur Puch Fahrzeuge, wie damals weit verbreitet nur einspurige!


Schon 1953 konnte ich auf der neuen Puch TF, einer der ersten Schwarzen die in Wien ausgeliefert wurden, bei meinem Schwager mitfahren. Wunderbar das Gefühl der Freiheit, hoch oben am Soziussitz und voll im Fahrtwind. Da wurde ich vermutlich mit dem Puch Virus infiziert. Als ich 17 Jahre alt war, mitten in der Mopedzeit, gab mein Schwager die TF an seinen Bruder weiter. Stundenlanges Betteln half damals nichts und mein Schwager (Polizist) lies mich nicht, auch nur eine kleine Runde mit ihr drehen. Da war sie dann plötzlich aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn. Innerhalb mehrerer Jahre war ich anschließend stolzer und zufriedener Besitzer einiger anderen Puch Produkte, aber nie von einer TF. Die Jahre vergingen, die Sehnsucht nach einer TF wurden nicht weniger - sondern immer stärker.


Sepp mit Puch 250 TF

50 Jahre später ergab sich eine Gelegenheit, zu einer neu restaurierten TF zu kommen. Dann stand sie vor mir, mein Traum - eine gelbe Bj. 1951! Zuerst einmal streicheln und von allen Seiten fotografieren. Nun wollte ich sie aber starten! Sie sprang nicht an, ohne gesteckten Zündschlüssel kann sie das auch nicht! Beim nächsten Tritt schnalzte sie mir eine zurück, dass ich wie Rumpelstilzchen um sie herumhüpfte. Dadurch 2 Wochen erzwungene Pause! 20 Jahre lang bringe ich schon mit dem rechten Daumen Motorradmotoren in Drehung, aber vom Kickstarter habe ich noch immer großen Respekt. Meine Liebe ist zur TF deswegen nicht getrübt und ich habe mit ihr schon 9.000 Kilometer, fast problemlos, zurückgelegt. Ich bin froh, dass ich meine Freude mit der neuen TF mit meinem Schwager noch teilen konnte, bevor er im vergangenen Jahr verstarb!


hier das originale Speichenschloss von 1951

Ab den schwarzen TF Modellen wurde mittig unter dem Schweinwerfer eine Absperrvorrichtung mit Schloss konstruiert und angeschweißt, die gelben hatten das noch nicht. Vermutlich brauchte man das damals auch nicht! Aber in meinem originalem Typenschein hatte die TF schon so ein Speichenschloss mit Zahlensperre, dass es als Zubehör zu kaufen gab und als Anhängsel war auch noch ein Beiwagen dabei. In den vielen Jahren, seit der ersten Anmeldung, ist halt irgendwo so manches verschwunden. Das dass Speichenschloss nun fehlt stört mich sehr, denn ich muss bei meinen Ausfahrten immer ein recht schweres Bügelschloss mitschleppen. So suchte ich vergeblich auf ebay, willhaben, im Puch Forum und in diversen Läden danach. Alle meine Bikerfreunde bat ich auch danach Ausschau zu halten. Ein einziges mal entdeckte ich, am Oldtimermarkt in St. Pölten, eine solche Halterung aber nur mit Anhang - einer stark verrosteten TF! Das war mir zu umständlich und außerdem zu teuer. Deshalb beschloss ich mir eine solche Halterung selbst zu bauen. Die Konstruktion war bald ausgetüftelt doch nun machte mir die Materialbeschaffung Probleme. Endlich hatte ich alles beisammen, leider musste ich wegen den erforderlichen und erhältlichen Maßen auf Messing umsteigen und nun konnte ich es angehen.


So sah das Schloss beim Kauf aus
So nach dem Polieren beim Kudrna

Da rief mich mein Freund Christoph an, dass er gerade beim Stöckl ist und so ein Schloss auf einer Vordergabel in seinem Flohmarkt im 1. Stock gesehen hat. Super - Danke und ich stand schon am nächsten Morgen beim Stöckl und erwarb das gute Teil. Nach der Demontage und der Reinigung musste ich noch das neue, originale Puch Zylinderschloss, dass Herr Stöckl in seinem Fundus noch auftreiben konnte, an die Halterung anpassen. Einwenig ausrichten, da und dort ein paar Feilstriche und schon kam das gute Stück zum Galvaniseur Kudrna in den 15. Bezirk. Den entdeckte ich im Puch Club Magazin wo über die Restaurierung einer TF geschrieben wurde und er dafür alle verchromten und polierten Teile gemacht hat. Die Woche Wartezeit war hart, denn nach den Jahren erfolgloser Suche sollte es endlich an meine Maschine geschraubt werden. Super Arbeit vom Behandler meiner wertvollen Teile, nur die 4 Schrauben widersetzten sich bei den Laschen im Gewinde anzubeißen. Nachdem ich sie einwenig angespitzt habe fanden sie gleich ihren Weg und nun musste ich nur mehr den Stab ablängen und schon war die Vorrichtung fertig montiert, funktioniert hat sie sofort und ich bin überaus glücklich! Bedanken möchte ich mich noch bei Christoph, der das Schloss entdeckt hat und auch beim Herrn Stöckl, dass er mir noch mit dem passenden Schloss helfen konnte. Nun suche ich noch für den Absperrstab eine Halterung, die auf der linken Scheinwerferseite angeschraubt war. Bis dahin muss der Stab im Rucksack einen Platz finden.


und hier das fertige Schloss

Wenn wer im Raum Wien mit mir und der TF mal eine kleine Runde drehen will der kann sich telefonisch unter 0699/10431605 mit mir in Verbindung setzen. —

Von:
Josef Stoiber
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